Würmer

Warum sollten wir unsere Haustiere entwurmen?

Es gibt gleich mehrere Gründe, unsere Haustiere regelmäßig zu entwurmen:

1.      Die meisten unserer Haustiere können sich aufgrund ihrer Lebensweise ständig neu mit
Würmern infizieren.

2.      Die Parasiten können das Wirtstier schwächen und anfällig für andere Krankheiten
machen.

3.      Das Haustier kann seine Menschen anstecken!

Im Großen und Ganzen gibt es zwei große Gruppen von Würmern, die uns in diesem Zusammenhang interessieren: Die Rundwürmer und die Bandwürmer.

Rundwürmer:

Der wichtigste Vertreter der Rundwürmer ist der Spulwurm. Spulwürmer sehen aus wie Spagetti. Sie sitzen im oberen Dünndarm, gleich hinter dem Magen. Bei starkem Befall werden sie manchmal erbrochen und so von den Tierbesitzern entdeckt.  Einen leichten bis mittleren Spulwurmbefall kann man jedoch nicht erkennen! Dazu sind spezielle Laboruntersuchungen aus Kotproben nötig.

Die Tiere infizieren sich bereits im Welpenalter durch die Mutter. Aber auch im weiteren Verlauf ihres Lebens können sie jederzeit mit Spulwurmeiern in Kontakt kommen, denn diese sind sehr resistent gegen Umwelteinflüsse. An Stellen, an denen Hunde ihr Geschäft erledigen, sind sie noch lange im Erdreich nachweisbar.

Im Wirtstier entwickelt sich aus dem Ei eine Larve, die im ganzen Körper umherwandert. So können die Larven zum Beispiel die Lunge schädigen und Husten verursachen. Erst wenn die Larve erwachsen wird, wandert sie in den Darm, wird zum Wurm und fängt an, Eier zu legen. Die Eier werden mit dem Kot ausgeschieden. Leckt das Tier sich sauber, werden sie wieder aufgenommen und der Kreislauf beginnt von Vorne.

Der Mensch ist für die Spulwürmer von Hund und Katze ein sogenannter Fehlwirt. In ihm können sie sich nicht entwickeln. Jedoch überleben die Wanderlarven eine Weile und verursachen eventuell Schäden in dem von ihnen durchwanderten Geweben.

Bandwürmer:

Bandwürmer haben einen komplizierteren Entwicklungszyklus. Die Eier des Bandwurmes werden von sogenannten Zwischenwirten aufgenommen, meist sind das potentielle Beutetiere. Im Zwischenwirt wächst nun eine Finne heran. Das ist eine Blase, die einen oder mehrere nach innen gestülpte Bandwurmköpfe enthält. Wird das Beutetier mit der Finne (z.B. eine Maus) von einem Endwirt ( z.B. einer Katze) gefressen, löst sich im Magensaft der Katze die Hülle der Finne auf, der Kopf des Bandwurmes wird frei und hakt sich an der Darmwand an. Der Wurm beginnt nun zu wachsen. Erst wenn er ganz ausgewachsen ist, werden Eier ausgeschieden und der Kreislauf beginnt erneut.

Der Zwischenwirt des häufigsten Bandwurmes, des Hundebandwurmes (der aber auch die Katzen befallen kann), ist der Floh. Die Tiere versuchen die lästigen Flöhe zu fangen, zerknacken sie bei Erfolg mit ihren Vorderzähnen und schlucken sie herunter. So gelangt die Finne in den Wirt.

Die meisten Bandwürmer scheiden ihre Eier in "Päckchen" (Proglottiden) aus. Diese sehen aus wie Reiskörner und können, im Gegensatz zu den Eiern, mit bloßem Auge im Kot erkannt werden. Es macht also Sinn, sich ab und an die Häufchen seiner Lieblinge genauer zu betrachten.

Infiziert sich der Mensch als potentielles Beutetier, so kann sich unter Umständen auch in ihm eine Finne entwickeln. Wie gefährlich diese Infektion im einzelnen für den Menschen ist, hängt von der Größe der Finne (und nicht des Bandwurmes) und dem Ort ab, an dem sie sich entwickelt. So ist der kleine Fuchsbandwurm, vor dem in den Medien immer wieder gewarnt wird, nur 3 mm lang. Seine Finne wird jedoch ausgesprochen groß und wächst wie ein bösartiger Tumor ins umliegende Gewebe. Sie, und nicht der Wurm ist gefährlich.

Gegen welche Würmer helfen die Wurmkuren?

Leider gibt es kein Mittel gegen alle Würmer. Es daher wichtig zu wissen, gegen welche Würmer man gerade vorgehen möchte. Darüber hinaus können sich mit den Jahren Resistenzen entwickeln, so dass manche Präparate nicht mehr so gut wirksam sind. Um die richtige Wurmkur zu wählen, ist es wichtig die besonderen Lebensumstände Ihres Tieres zu kennen.  Wir beraten Sie gerne.

Wann und wie oft sollten wir entwurmen?

Wenn Sie annähernd 100%ig sicher gehen wollen, dass Ihr Tier wurmfrei ist, denn entwurmen Sie am besten 4x im Jahr.

Ansonsten lautet unsere Empfehlung:

Welpen sollten 3x im Abstand von 2 Wochen gegen Spulwürmer entwurmt werden.

Erwachsene Tiere sollten mindestens 1x jährlich gegen alle Wurmarten entwurmt werden.

Wenn das Tier Gelegenheit hat, Zwischenwirte zu fressen (Flöhe, Mäuse, Schlachtabfälle, tote Tiere im Wald etc.), entwurmen sie es am besten 4x im Jahr, besonders gegen Bandwürmer.

Wenn Kinder, Senioren oder immunschwache Menschen mit dem Tier in einem Haushalt leben, sollten Sie auch bis zu 4x im Jahr gegen alle Wurmarten entwurmen.