Akupunktur für Pferde

Pferde eignen sich besonders gut für die Akupunktur. Sie reagieren manchmal so gut auf die Behandlung, dass ein bis drei Tierarztbesuche ausreichen. Dabei ist die Akupunktur kein Ersatz für die schulmedizinische Behandlung, sondern eine Ergänzung. Gerade in Bereichen, in denen unsere westliche Medizin sich schwer tut, kann die Akupunktur sehr viel leisten. Aber auch bei Störungen, bei denen man im Allgemeinen nicht unbedingt einen Arzt holen würde.  Hier ein paar Beispiele:

Das Freizeitpferd
Das Sportpferd
Das Pferd „mit Vergangenheit“
Das Allergiepferd
Das Zuchtpferd
Das kranke Pferd

Das Pferd mit dem perfekten Körperbau, das in einer freundlichen Herde lebt, mit ganztägigem Weidegang und gutem Futter, das von einem hervorragenden Reiter auf perfektem Boden moderat geritten wird, wird wahrscheinlich nie eine Akupunktur benötigen. Psyche und Körper sind im Gleichgewicht und es gibt keinen Grund, warum sich das ändern soll.

Das Freizeitpferd:

Bei allen anderen Pferden kann es jedoch zu Blockaden in den Meridianen oder zu Organdisharmonien kommen. Das Pferd lebt in einer kleinen Box, eine Weide steht leider nicht zur Verfügung. Oder ist vielleicht das Heu etwas staubig? Wie gut ist das eigene reiterliche Können, wie gut das der Reitbeteiligung? Kann man nur am Wochenende reiten, und möchte es dann doch gerne länger auskosten? Wie ist der Status des Pferdes in der Herde? Wird es vielleicht von einem anderen Pferd drangsaliert?

Die Art wie sich die Blockaden oder Organdisharmonien äußern, ist vielgestaltig. Manch ein Pferd wird krank oder geht lahm. In diesen Fällen sollte man erst mal seinen Tierarzt  konsultieren, der die nötigen Untersuchungen vornimmt, eine Diagnose stellt und eine Behandlung einleitet. Dann kann entschieden werden, ob eine ergänzende oder nachfolgende Akupunktur Sinn macht.
Andere Pferde zeigen aber nur ein Unlustgefühl bei der Arbeit, sind verspannt, stolpern oder lahmen immer mal wieder ein bisschen, ohne dass man etwas findet. Manche sind unleidlich, beißen, schlagen oder lassen sich nicht beschlagen. Manchmal sind das Anzeichen für Schmerzen, meist im Rücken, die sich gut mit Akupunktur behandeln lassen. Weitere Anzeichen für Meridianblockaden sind druckempfindliche Stellen, oder Stellen, an denen es sich nicht putzen lässt. Auch wenn das Pferd „kitzelig“ ist, weist das oft auf Meridianblockaden oder Disharmonien der inneren Organe hin. Unbehandelt können sie zu Krankheiten führen.

Das Sportpferd:

Das Sportpferd ist der Workaholic unter den Pferden.  Es ist das Pferd, das am meisten arbeitet und dem größten Druck ausgesetzt ist. Dementsprechend sind die Probleme dieser Pferde.  Oft finden wir Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, wechselnde Lahmheiten unklarer Genese, Schweifschlagen, Unlustgefühle.  Dies, aber auch Leistungsschwäche, sozusagen ein „Burn Out Syndrom“, kann man gut mit Akupunktur behandeln. Oft sehen wir, dass das Pferd nach einer Akupunkturbehandlung wieder freudiger am Training teilnimmt, mit größerem Erfolg, auch im Wettkampf.

Das Pferd „mit Vergangenheit“:

Viele Menschen haben Pferde, die schon ein recht bewegtes und nicht immer gutes Leben hinter sich haben, bis sie endlich in die richtigen Hände kommen. Schlechte Erlebnisse, egal welcher Art, hinterlassen Spuren in der Psyche des Pferdes. Viele Erlebnisse werden oft nicht richtig verarbeitet und das Pferd schleppt sie jahrelang mit sich herum . Diese „Emotionen“ wirken auf unterschiedliche Organsysteme und können diese schädigen.

Die Organdisharmonien können vom Akupunkteur an bestimmten, ihnen zugeordneten druckempfindlichen Punkten erkannt werden oder durch Beobachtungen der Verdauung, des Schwitzens, der Farbe der Schleimhäute, des Verhaltens des Pferdes und vielen anderen Dingen mehr.  Interessant ist, dass bei der Behandlung der Organe auch die Psyche mitbehandelt wird.
Hat das Pferd das Erlebte einmal mit Hilfe der Akupunktur „verarbeitet“, so wird die Störung höchstwahrscheinlich nicht wieder auftauchen.
(Ein sehr großes Plus der chinesischen Medizin ist, dass sie nicht nur äußere Einflüsse auf den Organismus, wie Verletzungen, Infektionserreger, schlechte Luft u.s.w. als Ursache für Erkrankungen anerkennen. Faktoren die auf unsere Psyche wirken, werden den äußeren Einflüssen gleichberechtigt, berücksichtigt. Der „Stress“, wie wir im Westen diese Einflüsse nennen, wird in  der Chinesischen Medizin in verschiedene „Emotionen“ aufgeteilt, die jede wieder bestimmte Organsysteme beeinträchtigt. Tatsächlich sind viele chronische Erkrankungen auf diese Emotionen zurückzuführen.)

Das Allergiepferd:

Auch der Allergie liegen im Grunde ähnliche Pathomechanismen zugrunde, wie bei anderen (chinesischen) Erkrankungen. Meist ist es eine Organdisharmonie zusammen mit einer Störung des „Wei-Qi“, des chinesischen Äquivalents zu unserem Abwehrsystem. Im Gegensatz zu unserer westlichen Medizin, die sich bei der Behandlung des recht komplexen Abwehrsystems schwer tut, hat die chinesische Medizin gute Möglichkeiten, das Immunsystem zu modulieren. Diese Mechanismen sind übrigens inzwischen mit westlich wissenschaftlichen Methoden erklärt und bewiesen worden. Allergien sind sehr gut mit Akupunktur behandelbar.

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Das Zuchtpferd:

Bei Erkrankungen der Reproduktionsorgane fokussiert unsere westliche Medizin auf die hormonellen Geschehnisse. Dementsprechend werden die Erkrankungen auch häufig mit Hormonen behandelt. Oft sind die Ergebnisse, insbesondere langfristig, nicht befriedigend. In solchen Fällen ist die Akupunktur eine wirkliche Alternative.

Das kranke Pferd:

Die Chinesische Medizin wird bei uns im Westen hauptsächlich zur Behandlung von funktionellen Störungen eingesetzt, und führt hier zu guten Ergebnissen. Funktionelle Störungen heißt, das Organe in ihrer Funktion beeinträchtigt, ansonsten aber in Ordnung sind. Was kaputt ist, ist kaputt, da kann auch die chinesische Medizin nichts daran ändern. Sie kann aber die Selbst-heilungskräfte des Körpers aktivieren, und den Heilungsvorgang, sofern er möglich ist, verbessern und beschleunigen. Sie kann die Arthrosen nicht wegzaubern, aber die durch die Arthrosen  ausgelösten Schmerzen vermindern. Sie kann das Abwehrsystem aktivieren und so die Wirkung von Antibiotika verstärken.

In vielen Fällen kann sie die westliche Medizin, die bei vielen Erkrankungen unbedingt erste Wahl sein sollte, wirkungsvoll unterstützen.