Impfungen

Warum sollten wir unsere Haustiere impfen?

Wir teilen unsere Umwelt mit Milliarden von unsichtbaren Mikroorganismen. Viele von ihnen sind harmlos und sogar nützlich. Einige jedoch können, wenn sie in Kontakt mit einem geeigneten Wirtstier kommen, sich in diesem vermehren und ihm dadurch Schaden zufügen. Unser Immunsystem versucht mit einem Angriff auf die Mikroorganismen dies zu verhindern und den Körper zu schützen.

Einige dieser Krankheitserreger sind jedoch unheimlich stark (pathogen). Z.B. können Parvoviren (Katzenseuche) den Körper ihres Wirtstieres innerhalb von nur 1 - 2 Tagen so schwächen, dass das Tier sterben muss. Eine wirksame Therapie gibt es meist nicht.

Das Immunsystem des Tieres hat nur dann eine gute Chance, wenn es
1. das Virus bereits kennt und es somit gleich erkennt und wenn es
2. bereits speziell ausgebildete "Soldaten"  (Abwehreiweiße und Immunzellen) bereitstehen hat.

Diese beiden Voraussetzungen schaffen wir mit der regelmäßigen Impfung. Denn durch die Verabreichung der Impfstoffe lernt das Immunsystem das Virus kennen und durch die Wiederholungsimpfungen werden ständig speziell gegen das Virus gerichtete Zellen und Eiweiße bereitgestellt.

Ein gegen Parvovirose geimpfter Hund oder eine Katze ist derartig geschützt, dass dieses Tier bei einer Infektion mit Parvoviren in den meisten Fällen nicht einmal Krankheitssymptome entwickelt!

Gegen welche Krankheiten können wir schützen?

Wir sollten unsere Tiere vor den Krankheiten schützen, die besonders gefährlich sind. Manche treten seuchenartig auf. Bei vielen gibt es, trotz intensivmedizinischer Versorgung, kaum Hoffnung auf Rettung. Manche können sogar auf den Besitzer übertragen werden (Tollwut).

Das Wichtigste ist aber, dass die meisten der genannten Krankheiten immer noch allgegenwärtig sind. Jeder Tierarzt muss immer wieder mit ansehen, wie Tiere an diesen Krankheiten sterben. Obwohl man sie hätte wirksam schützen können.


Hund:

Parvovirose (Katzenseuche)
Staupe
Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche)
Hepatitis (Leberentzündung)

Tollwut
ggf. Zwingerhusten

Katze:

Parvovirose (Katzenseuche)
Katzenschnupfen

Diese beiden Krankheiten kann jede Katze bekommen, auch wenn die Katze die Wohnung nicht verlässt!

Zusätzlich:

Leukose
Sofern die Katze Kontakt zu anderen Katzen hat z.B. auf dem Hausflur oder in der Ferienkatzenpension.

Zusätzlich:

Tollwu
t
Wenn die Katze Freigänger ist.

Max
Das einzig harmlose am Katzenschnupfen ist sein Name

Es gibt darüber hinaus auch noch Impfstoffe gegen FIP (Katze) und Borelliose  (Hund). Ob diese speziellen Impfungen für Ihre Tiere wichtig sind, besprechen wir gerne mit Ihnen beim nächsten Impftermin.

Wann und wie oft sollten wir impfen?

Bisher galt für die meisten Impfungen ein Impfintervall von einem Jahr. 2006 trat jedoch eine neue Tollwutverordnung in Kraft, die die Diskussion der Experten in Bezug auf die Impfintervalle erneut entfachte. Es zeigte sich, dass die Meinungen der Experten weit auseinander gehen und z.T. von den Zulassungsintervallen der Impfstoffe abweichen. Daher heißt es in den meisten Empfehlungen auch schlussendlich, dass der Tierarzt individuell entscheiden soll. Für die Tierärzte und erst recht für die Besitzer der Tiere ist dies eine unerfreuliche Situation, da wahrscheinlich eine Reihe von unterschiedlichen "Empfehlungen" auf Sie einwirken wird, von Tierärzten, Medien oder selbsternannten Fachleuten auf der Hundewiese. Weiterhin verwirrend ist, das die neuen Impfempfehlungen eine umfangreichere Grundimmunisierung vorsehen, die die meisten jetzt erwachsenen Tiere aber nicht haben. Außerdem gilt für Reisen ins Ausland nicht die deutsche Tollwutverordnung, sondern die des Landes, in das Sie einreisen möchten. Informieren Sie sich also rechtzeitig (Tip: www.pets-on-tour.de).

Impfung des Hundes:

ggf. Welpenimpfung in der 6. Woche (Züchter): Parvo, Staupe

1.      Impfung in der 8.-9. Woche: Parvo, Staupe, Leptospirose, Hepatitis
2.      Impfung in der 12.-13. Woche: Parvo, Staupe, Leptospirose, Hepatitis und Tollwut
3. Impfung in der 16. Woche: Parvo, Staupe, Leptospirose, Hepatitis und Tollwut

Jährliche Wiederholungsimpfung: Leptospirose

Zweijährliche Wiederholungsimpfung: Parvo, Staupe, Hepatitis und Tollwut

Hunde mit der alten, nur zweimaligen Grundimmunisierung sollten bis zu Alter von 4 Jahren jährlich, danach alle zwei Jahre nachgeimpft werden (ausgenommen Leptospirose), s.o..

Impfung der Katze:

1. Impfung in der 8.-9. Woche: Schnupfen, Seuche, ggf. Leukose
2. Impfung in der 12.-13. Woche: Schnupfen, Seuche, ggf. Leukose, Tollwut, FIP
3. Impfung in der 15.-16. Woche: Schnupfen, Seuche, ggf. Leukose, Tollwut, FIP
4. Impfung in der 20. Woche: ggf. FIP

Wiederholungsimpfung für Stubenkatzen: alle 2 Jahre: Schnupfen, Seuche

Wiederholungsimpfung für Freigänger:

Jährlich: Schnupfen, Leukose, FIP,
Alle 2 Jahre: Seuche, Tollwut

Tiere, die noch nach dem alten Schema grundimmunisiert wurden, sollten bis zu ihrem 4. Lebensjahr jährlich nachgeimpft werden.

Max (s.o.),
3 Monate später. Zwar hat er nur noch ein Auge, aber er ist endlich ganz gesund. Und ja: mit einem Auge kann man auch Mäuse fangen.